Deutschland im neuen Klima

Shownotes

Deutschland im neuen Klima – Was sich verändert, bevor wir es bemerken

Was bedeutet der Klimawandel konkret für Deutschland?

In dieser Episode schauen wir nicht nur auf steigende Temperaturen, sondern darauf, was passiert, wenn sich die klimatischen Bedingungen verändern, für die unsere Städte, Häuser, Wälder, Landwirtschaft und Infrastruktur ursprünglich ausgelegt wurden.

Ausgehend von der Ahrtalflut 2021 und der außergewöhnlichen Hitze und Trockenheit des Jahres 2026 geht es unter anderem um:

  • Hitze und gesundheitliche Belastung
  • Starkregen und Trockenheit
  • Schwammstädte und klimaangepasste Stadtplanung
  • Wälder und Landwirtschaft
  • Klimarisiken beim Hauskauf und bei Versicherungen
  • Auswirkungen auf Wirtschaft und Arbeitsplätze
  • Deutschlands Klimaziele
  • Klimaanpassung
  • die Frage, wie viel zukünftige Erwärmung noch beeinflusst werden kann

Zentrale Quellen

Deutscher Wetterdienst Informationen zur Klimaentwicklung und Erwärmung in Deutschland.

Robert Koch-Institut Monitoring und statistische Schätzung hitzebedingter Sterblichkeit.

Umweltbundesamt Daten und Analysen zu Klimawandel, Wasser, Emissionen und Klimaanpassung.

Intergovernmental Panel on Climate Change – IPCC Wissenschaftliche Grundlage zum Zusammenhang zwischen Treibhausgasemissionen, Netto-Null und zukünftiger Erwärmung.

UN Environment Programme Emissions Gap Report und internationale Projektionen zur zukünftigen Erwärmung.

World Weather Attribution Attributionsforschung zu extremen Niederschlägen und der Flutkatastrophe in Westeuropa 2021.

Expertenrat für Klimafragen Unabhängige Bewertung der deutschen Klimapolitik und der erwarteten Zielerreichung.

Über Neura KlInke

Neura KlInke – deine Tür zu unbegrenztem Wissen ist ein KI-gestützter Wissenspodcast.

Künstliche Intelligenz wird bewusst eingesetzt, um große Mengen an Forschung, Daten und unterschiedlichen Perspektiven zusammenzuführen und daraus verständliche Deep Dives zu entwickeln.

Wichtige Aussagen werden nach Möglichkeit anhand belastbarer Quellen überprüft und gegengeprüft.

Trotzdem gilt: KI kann Fehler machen, Zusammenhänge falsch einordnen oder relevante Informationen übersehen. Nicht jede Quelle und nicht jede Einzelaussage wird zusätzlich von einem Menschen oder einer unabhängigen externen Stelle geprüft.

Der Podcast ersetzt daher keine wissenschaftliche, medizinische, rechtliche oder sonstige professionelle Fachberatung.

Neura KlInke soll vor allem eines sein:

Ein Ausgangspunkt für Neugier, Verständnis und eigenes Weiterdenken.

Transkript anzeigen

00:00:00: Juli, im Westen Deutschlands regnet es.

00:00:04: Das allein ist nichts Besonderes.

00:00:07: Doch der Regen hört nicht auf!

00:00:09: Über Teilen von Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen fallen innerhalb kurzer Zeit enorme Wassermengen.

00:00:16: Wasser läuft von Hängen in Bäche und Flüsse – und im engen Ahrtal beginnt etwas das viele Menschen dort in dieser Größenordnung nicht für möglich gehalten haben.

00:00:27: Die Ahr steigt Straßen werden zu flüssen.

00:00:30: Brücken brechen weg, Häuser werden schwer beschädigt oder fortgerissen.

00:00:35: Strom und Kommunikation fallen aus – in Deutschland sterben eineinundertvierundachtzig Menschen.

00:00:42: Später wird immer wieder dieselbe Frage gestellt — war das der Klimawandel?

00:00:47: Die wissenschaftlich saubere Antwort passt nicht in ein einfaches Ja-oder Nein!

00:00:52: Der Klimawandel hat dieses Tiefdruckgebiet nicht erschaffen.

00:00:56: Er hat nicht entschieden, wo Häuser stehen wie eng ein Tal ist oder wie gut Warnungen funktionieren.

00:01:03: Aber Wissenschaftler können etwas anderes untersuchen Hat die Erwärmung solche extremen Niederschläge wahrscheinlicher oder intensiver gemacht?

00:01:13: Für vergleichbare Starkregenereignisse in Westeuropa lautet die Antwort Ja.

00:01:19: Und damit beginnt eine Geschichte, die zunächst überhaupt nicht zusammen zu passen scheint Denn fünf Jahre später hat Deutschland vielerorts nicht zuviel Wasser.

00:01:30: Sondern zu wenig!

00:01:31: Das Frühjahr im Jahr ist außergewöhnlich trocken.

00:01:36: Böden verlieren Wasser, dann folgt die Hitze und im August veröffentlicht das Robert-Koch-Institut eine zweite Zahl.

00:01:45: Bis Anfang August werden rund zwölftausend Fünfhundert hitzebedingte Todesfälle geschätzt.

00:01:52: Auch diese Zahl muss man vorsichtig lesen.

00:01:55: Auf zwölftausend Fünfhundert Totenscheinen steht nicht einfach Hitze, das RK-Ein verwendet ein statistisches Modell und schätzt wie viele zusätzliche Todesfälle während heißer Perioden auftreten.

00:02:10: Die Zahl ist vorläufig und besitzt eine Unsicherheitsspanne.

00:02:14: Trotzdem stellt die beiden Bilder für einen Moment nebeneinander Ein Tal, in dem in wenigen Stunden viel zuviel Wasser ankommt und ein Land dessen Böden weniger Jahre später unter Trockenheit leiden.

00:02:28: Zu viel Wasser!

00:02:30: Zu wenig Wasser.

00:02:31: Wie kann beides dieselbe Geschichte sein?

00:02:34: Vielleicht beginnt unser Denkfehler schon beim Wort Erwärmung.

00:02:38: Es klingt als würde jemand an einem Thermostat drehen Zwei Grad mehr Zweieinhalb Grad mehr Ein etwas wärmerer Sommer.

00:02:47: Aber ein Klima ist kein Thermostat.

00:02:49: Temperatur beeinflusst wie schnell Wasser verdunstet, wie viel Feuchtigkeit Luft aufnehmen kann, wie schnell Böden austrocknen, wie Pflanzen wachsen und wie wahrscheinlich manche Extreme werden.

00:03:03: Wer die Temperatur eines Klimasystems verändert, verändert deshalb nicht nur eine Zahl – er verändert Spielregeln!

00:03:11: Und diese Spielregel stecken an Orten, an denen wir kaum an Klima denken… in der Größe eines Abwasserkanals, in der Baumart eines Waldes.

00:03:20: In einer Wohngebäudeversicherung, in die Kühlung eines Pflegeheims oder in der Frage ob ein Haus im Jahr zwei Tausend Fünfzig noch für seine Umgebung geeignet ist.

00:03:31: Denn Deutschland wurde über Jahrzehnte für einen bestimmten Bereich klimatischer Bedingungen gebaut und dieser Bereich verschiebt sich.

00:03:40: Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht mehr, ob Deutschland wärmer wird.

00:03:45: Das wissen wir.

00:03:46: Die interessantere Frage ist, was passiert mit einem modernen Land wenn sich das Klima schneller verändert als viele Dinge die für dieses Klima gebaut wurden?

00:03:56: Um das zu verstehen beginnen wir mit einer Zahl die fast harmlos klingt – zweieinhalb Grad!

00:04:03: Ungefähr so stark hat sich Deutschland seit Beginn der systematischen Wetteraufzeichnung erwärmt.

00:04:09: Zweieinhalb Grad klingen nach wenig.

00:04:12: Genau das macht die Zahl so tückisch.

00:04:14: Sie bedeutet nicht, dass jeder Tag zweieinhalb Grad wärmer ist.

00:04:18: Sie bedeutet das sich die statistische Landschaft verschoben hat aus der unser Wetter entsteht.

00:04:25: Stell dir einen Würfel vor dessen Seiten heimlich verändert wurden.

00:04:29: Du kannst weiterhin eine kalte Woche würfeln Einen verregneten Juli Schnee Frost Aber die Wahrscheinlichkeiten sind nicht mehr dieselben.

00:04:39: Sehr warme Bedingungen werden häufiger Strengekälte seltener Und am heißen Rand tauchen Ereignisse öfter auf, die früher außergewöhnlicher waren.

00:04:49: Darum ist der Satz Früher gab es auch heiße Sommer.

00:04:53: zwar richtig aber wenig hilfreich.

00:04:56: Die entscheidende Frage ist nicht ob etwas früher schon einmal vorkam Sondern wie wahrscheinlich es heute geworden ist.

00:05:03: und hier kommt eine erste Überraschung Die gefährlichste Veränderung muss gar nicht der heißeste Nachmittag sein.

00:05:10: Manchmal ist es die Nacht.

00:05:12: Unser Körper kann Hitze erstaunlich gut bewältigen.

00:05:16: Blutgefäße in der Haut weiten sich, wir schwitzen.

00:05:20: verdunstenes Wasser führt Wärme ab – aber das kostet!

00:05:24: Der Kreislauf wird belastet wie ihr verlieren Flüssigkeit und Salze und bestimmte Erkrankungen oder Medikamente können die Fähigkeit verschlechtern mit Hitze umzugehen.

00:05:35: Wenn es nachts deutlich abkühlt bekommt der Körper Erholung.

00:05:40: Bleibt die Wärme dagegen in einer Wohnung, kann sich Belastung über mehrere Tage aufbauen.

00:05:46: In Städten kommt ein zweiter Effekt hinzu – Asphalt, Beton, Dächer und Fassaden speichern tagsüber Energie und geben sie nach Sonnenuntergang wieder ab!

00:05:57: Versiegelte Flächen verdunsten wenig Wasser.

00:06:00: Dichte Bebauung kann den Luftaustausch erschweren.

00:06:04: So können dicht bebaute Quartiere nachts deutlich wärmer bleiben als ihr Umland.

00:06:09: Plötzlich wird aus Klimafysik eine sehr persönliche Frage.

00:06:13: In welchem Stockwerk wohnst du?

00:06:15: Stehen Bäume vor deinem Haus, gibt es außenliegenden Sonnenschutz?

00:06:20: Arbeitest Du in einem Büro oder auf einem Dach?

00:06:24: Zwei Menschen können dieselben siebenunddreißig Grad erleben und trotzdem ein völlig unterschiedliches Risiko haben.

00:06:32: Der eine arbeitet in einem gekühlten Gebäude Der andere arbeitet körperlich im Freien und schläft direkt unter einem Dach, das sich den ganzen Tag aufgeheizt hat.

00:06:44: Das Wetter ist gleich – die Belastung nicht!

00:06:48: Damit wird Klimawandel auch zu einer sozialen Frage Wer kann ausweichen?

00:06:53: Wer kann investieren?

00:06:55: Wer entscheidet über das

00:06:57: Gebäude?!

00:06:58: Wer kann seine Arbeitszeit verlegen?

00:07:00: Mehr Klimaanlagen sind dafür keine vollständige Antwort.

00:07:05: Eine Stadt kann früher ansetzen.

00:07:07: Schatten, außen liegende Verschattung, Parks, weniger versiegelte Flächen und Bäume.

00:07:13: Ein großer Baum kühlt durch Schatten und Verdunstung, kann Regen aufnehmen und verbessert zugleich die Aufenthaltsqualität.

00:07:22: Nur braucht der Platz, der längst an Straßen, Parkplätze, Leitungen und Gebäude vergeben ist.

00:07:28: Damit wird aus Wie kühlen wir Städte?

00:07:31: Plötzlich eine politische Frage Wer bekommt den Raum und was passiert, wenn wir nichts verändern?

00:07:38: Dafür müssen wir wieder zum Wasser zurück.

00:07:41: Denn Regen zeigt besonders deutlich, warum die alten Spielregeln schwieriger werden.

00:07:46: Im Frühjahr-swei-tausendsechsundzwanzig fällt deutschlandweit deutlich weniger Niederschlag als im langjährigen Mittel.

00:07:54: Trotzdem können in einem trockenen Jahr einzelne Regionen heftige Starkregen erleben – das wirkt paradox!

00:08:02: bis man versteht, wie Wasser in einer Landschaft funktioniert.

00:08:06: Grundwasser entsteht nicht einfach dadurch dass irgendwann sehr viel Regen fällt.

00:08:11: Wasser muss versickern und tiefere Schichten erreichen.

00:08:15: Bei heftigem Sommerregen fällt es aber oft schneller als Boden-und Infrastruktur ist aufnehmen können.

00:08:21: Dann steht eine Unterführung unter Wasser ein Keller läuft voll Ein Bachschwild an Und wenige Tage später kann die Landschaft trotzdem wieder trocken sein.

00:08:31: Deutschland muss deshalb etwas lernen, das zunächst widersprüchlich klingt.

00:08:36: Wasser sicher ableiten wenn zu viel davon auf einmal kommt und es länger festhalten wenn es verfügbar ist.

00:08:44: Genau daraus entstand eine Idee mit einem beinahe kindlichen Namen Die Schwammstadt.

00:08:51: Eine klassische versiegelte Stadt behandelt Regen häufig wie etwas dass möglichst schnell verschwinden soll Dach Straße Gulli Kanal.

00:09:01: Eine Schwammstadt versucht einen Teil des Wassers dort zu halten, wo es fällt.

00:09:05: Gründächer speichern Regen.

00:09:07: Mulden nehmen ihn auf.

00:09:09: Entsiegelte Böden lassen ihn versickern.

00:09:13: Bäume nutzen ihn später und kühlen dabei ihre Umgebung.

00:09:17: Regenwasser wird vom Störfaktor zur Ressource was bei Starkregen hilft kann also zugleich gegen Hitze helfen.

00:09:24: aber auch hier stößt die Idee auf die reale Welt.

00:09:28: eine Stadt ist kein leeres Blatt Papier.

00:09:30: Jeder Quadratmeter hat bereits eine Funktion.

00:09:34: Und auf dem Land beginnt dieselbe Geschichte noch langsamer – in einem Wald!

00:09:39: Ein Baum kann hundert Jahre alt werden, das ist seine Stärke und im Klimawandel zugleich sein Problem.

00:09:46: Menschen können innerhalb weniger Monate eine Klimaanlage installieren.

00:09:51: Ein Wald kann nicht innerhalb weniger Monate seine Baumarten wechseln.

00:09:56: Förster treffen heute Entscheidungen für Bedingungen, die erst in Jahrzehnten vollständig sichtbar werden.

00:10:03: Die trockenen Jahre der jüngeren Vergangenheit zeigen was passiert wenn Belastungen zusammenkommen.

00:10:09: Wassermangel schwächt Bäume.

00:10:11: Schädlinge können leichteres Spiel haben.

00:10:14: Besonders sichtbaar wurde das bei Fichten und Borkenkäfern.

00:10:18: Die einfache Geschichte fichte schlecht andere Bäume gut wäre trotzdem falsch.

00:10:23: Entscheidend sind Standort Boden, Wasser und Mischung.

00:10:28: Waldumbau ist deshalb eine Wette mit sehr langer Laufzeit.

00:10:32: Man muss heute entscheiden ohne das Klima des Jahres zwei Tausend Siebzig genau zu kennen – und Wald ist mehr als Holz!

00:10:42: Er hält Wasser zurück, schützt Böden, speichert Kohlenstoff, kühlt Landschaften, bietet Lebensraum und ist für Millionen Menschen ein Rückzugsort an heißen Tagen.

00:10:54: Der Wald ist Infrastruktur.

00:10:57: Nur besteht diese Infrastruktur aus lebenden Organismen.

00:11:00: In der Landwirtschaft läuft dieselbe Anpassung schneller.

00:11:04: Landwirte haben schon immer mit Wetterrisiken gelebt, doch ein verändertes Klima verschiebt mehrere Bedingungen gleichzeitig.

00:11:12: Eine längere Vegetationsperiode kann Vorteile bringen.

00:11:16: Gleichzeitig können Hitze, trockene Böden, Starkregen und Schädlinge erträge belasten.

00:11:23: Damit verändert sich die Frage nicht nur, wie viel ein Feld in einem perfekten Jahr produziert sondern wie gut es ein schlechtes übersteht.

00:11:32: Bodenstruktur, Wasserspeicherung passende Sorten und Erosionsschutz werden wichtiger.

00:11:39: Klimawandel bedeutet für Deutschland deshalb nicht automatisch leere Supermarktregale.

00:11:45: Die wahrscheinlichen Veränderungen sind unspektakulärer Erträge schwanken Qualitäten verändern sich.

00:11:53: Manche Produkte werden zeitweise teurer und das Wetter dafür muss nicht einmal in Deutschland stattfinden.

00:11:59: Unser Ernährungssystem und unsere Wirtschaft sind international verflochten, eine schlechte Ernte ein ausgefallener Hafen oder einen beschädigten Zulieferer kann Wochen später Preise und Produktion in Deutschland verändern.

00:12:15: Deutschland importiert nicht nur Produkte es importiert auch Klimarisiken.

00:12:20: Das führt zu einer unangenehmen Erkenntnis.

00:12:23: Selbst ein sehr gut angepasstes Deutschland wäre nicht vollständig geschützt, doch bevor wir global werden gehen wir an einen noch privateren Ort in deinen Keller.

00:12:34: Stell dir vor du kaufst heute ein Haus.

00:12:36: Du prüfst Preis Zinsen Heizung Energieeffizienz Dach und Lage.

00:12:43: Vielleicht sollte inzwischen eine zweite Liste genauso selbstverständlich daneben stehen.

00:12:49: Wie fließt Starkregen über das Grundstück?

00:12:52: Liegt das Gebäude in einem Überschwemmungsgebiet, gibt es einen Hang oberhalb.

00:12:57: Kann Wasser durch Lichtschechte eindringen?

00:13:00: Wie stark heizt sich das Haus im Sommer auf?

00:13:03: Gibt es außenliegenden Sonnenschutz und wie ist es gegen Naturgefahren versichert?

00:13:08: Denn wer heute ein Haus kauft, kauft nicht nur die Gegenwart!

00:13:12: Er kauft ein Stück Klima des Jahres zwei Tausend Fünfzig Vielleicht sogar des Jahres zwei Tausend Siebzig.

00:13:20: Und genau hier stößt unsere bisherige Art zu planen auf ein fundamentales Problem.

00:13:27: Technik liebt die Vergangenheit, wie stark muss eine Kanalisation ausgelegt sein?

00:13:33: Wie hoch kann einen Fluss steigen?

00:13:36: Welche Temperaturen muss ein Gebäude aushalten?

00:13:39: Was gilt als seltenes Ereignis wenn das Klima stabil ist sind historische Messungen ein hervorragender Lehrer.

00:13:48: Wenn sich Wahrscheinlichkeiten verschieben, wird dieser Lehrer weniger zuverlässig.

00:13:53: Das bedeutet nicht dass bisherige Normen plötzlich wertlos sind.

00:13:57: Es bedeutet das Planung stärker mit einer Zukunft rechnen muss die nicht einfach die Vergangenheit wiederholt.

00:14:04: und irgendwann wird dieses abstrakte Risiko zu Geld.

00:14:09: Versicherungen übersetzen Wahrscheinlichkeit in Preise.

00:14:13: Wie oft passiert ein Schaden?

00:14:15: Wie teuer ist er, wie viele Versicherte teilen sich das Risiko.

00:14:19: Ende twenty-fünfundzwanzig waren rund neun und fünfzig Prozent der deutschen Wohngebäude gegen weitere Elementargefahren wie Überschwemmung und Starkregen versichert.

00:14:30: Anders gesagt bei ungefähr vier von zehn Gebäuden fehlte dieser erweiterte Schutz.

00:14:36: Das ist eine Zahl der Versicherungswirtschaft und keine Empfehlung für eine bestimmte Police Aber sie zeigt, dass Klima-Risiken auf sehr unterschiedlich vorbereitete Haushalte treffen.

00:14:48: Und daraus entsteht eine Frage die in Zukunft vermutlich häufiger gestellt wird.

00:14:54: Wer bezahlt der Eigentümer?

00:14:56: Die Versicherung?

00:14:57: Die Kommune?

00:14:58: Der Staat?

00:15:00: Und sollte man an Orten weiterhin neu bauen von denen man bereits weiß das Sie besonders gefährdet sind?

00:15:07: Spätestens hier wird Klimawandel zu einer Rechnung!

00:15:11: Modellstudien im Auftrag der Bundesregierung kommen abhängig von Szenario und Annahmen bis zur Mitte des Jahrhunderts auf mögliche Klimafolgekosten von mehreren hundert Milliarden Euro.

00:15:24: Das ist keine sichere Rechnung für das Jahr zwei Tausend Fünfzig, solche Modelle besitzen erhebliche Unsicherheiten aber sie verändern die Fragestellungen nicht nur was kostet Klimaanpassung sondern was kostete es Sie nicht zu machen?

00:15:40: Dasselbe gilt für die Wirtschaft.

00:15:42: Ein Industriestaat kann direkt getroffen werden, eine Bahnstrecke wird überflutet ein Fluss führt zu wenig Wasser Eine Fabrik bekommt Kühlprobleme, eine Ernte leidet.

00:15:54: oder indirekt?

00:15:55: Ein Zulieferer fällt aus, einen Hafen wird beschädigt, ein Rohstoff verteuert sich.

00:16:01: Für Unternehmen wird Klima damit Teil normaler Risikostrategie.

00:16:06: Woher kommen Rohstoffe?

00:16:08: wie wasserabhängig ist die Produktion?

00:16:10: welche Standorte sind gefährdet, welche Alternativen gibt es?

00:16:15: Und während Unternehmen lernen müssen sich an Klimafolgen anzupassen sollen sie gleichzeitig helfen deren Ursache zu begrenzen.

00:16:23: Deutschland will bis zwei tausendfünfundvierzig netto Treibhausgas neutral werden.

00:16:30: dafür müssen Stromerzeugung Verkehr Gebäude und große Teile der Industrie verändert werden.

00:16:37: An diesem Punkt wird die Debatte oft erstaunlich simpel.

00:16:41: Die einen sagen, die Transformation schafft Arbeitsplätze.

00:16:45: Die anderen sie vernichtet Arbeitsplätzen.

00:16:49: Beides kann gleichzeitig wahr sein.

00:16:51: Elektrifizierung braucht Netze Fachkräfte und neue Anlagen.

00:16:56: Gleichzeitig geraten Unternehmen und Tätigkeiten unter Druck deren Geschäftsmodell stark von fossiler Energie oder bisherigen Technologien abhängt.

00:17:07: Eine Volkswirtschaft kann neue Chancen gewinnen, während einzelne Menschen ihren Arbeitsplatz verlieren.

00:17:13: Deshalb ist Klimapolitik auch Industrie-, Infrastruktur-, Bildungs- und Sozialpolitik.

00:17:20: Für viele Menschen wird der Klimawandel im Berufsleben nicht dadurch sichtbar, dass ihr Beruf plötzlich Klima im Namen trägt.

00:17:29: Er kommt über Energiepreise, neue Technik, Lieferketten, Vorschriften, Versicherungen oder Nachfrage.

00:17:37: Der Klimawandel wandert durch eine Volkswirtschaft.

00:17:41: Irgendwann erreicht er fast jeden Schreibtisch.

00:17:44: Spätestens jetzt kann diese Geschichte überwältigend wirken.

00:17:47: Hitze, Wasser, Wälder, Landwirtschaft, Häuser, Versicherungen, Arbeit, Industrie – alles scheint mit allem zusammen zu hängen und genau deshalb lohnt ein Perspektivwechsel!

00:18:01: Anpassung bedeutet nicht, jedes Problem einzeln mit einer möglichst großen technischen Maschine zu bekämpfen.

00:18:08: Manche Lösungen bearbeiten mehrere Risiken gleichzeitig – eine entsiegelte Fläche kann Regen aufnehmen und weniger Sommerhitze speichern.

00:18:17: Ein Park kann kühlen-und Wasser zurückhalten.

00:18:21: Eine Aue gibt einem Flussraum.

00:18:23: Anpassing kann deshalb mehr sein als Schadensbegrenzung.

00:18:28: Sie kann Orte zugleich angenehmer und widerstandsfähiger machen.

00:18:32: Deutschland hat begonnen, dafür einen verbindlichen Rahmen zu schaffen.

00:18:37: Seit Juli, im Jahr ist es das Bundesklimaanpassungsgesetz.

00:18:43: Die deutsche Anpassungsstrategie enthält erstmals messbare Ziele und Unterziele.

00:18:48: Das klingt nach Verwaltung Aber dahinter steckt eine entscheidende Frage Wer ist verantwortlich?

00:18:55: Hitze betrifft Gesundheit Stadtplanung, Pflege und Arbeitsschutz.

00:19:00: Starkregen betrifft Kanalisationen Katastrophenschutz Bauplanung und Eigentümer.

00:19:06: Trockenheit betrifgt Wasserwirtschaft Landwirtschaft Wälder und Industrie Wenn sehr viele Akteure ein bisschen zuständig sind kann am Ende Verantwortung verschwimmen.

00:19:18: Ein Gesetz kann sie ordnen Aber hier endet die einfache Erfolgsgeschichte.

00:19:23: Ein Gesetz pflanzt keinen Baum Eine Strategie entsiegelt keinen Schulhof.

00:19:28: Ein Konzept hält keinen Keller trocken.

00:19:31: Zwischen Ziel und Wirkung liegen Geld, Personal Fläche Planung Genehmigungen Und Jahre der Umsetzung.

00:19:40: Das selbe gilt beim Klimaschutz.

00:19:42: Deutschland hat seine Treibhausgasemissionen seit nineteenhundert neunzig deutlich reduziert.

00:19:49: Zweitausendfünfundzwanzig lagen sie rund achtundvierzig Prozent niedriger.

00:19:54: Das ist real.

00:19:56: Aber bis-Zweitausenddreißig verlangt das Klimaschutzgesetz mindestens fünfundsechzig Prozent weniger Emissionen.

00:20:04: Aktuelle Projekzionen kommen mit den modellierten Politik auf ungefähr zweiundsechszig, sechs Prozent.

00:20:11: Das klingt nach einem kleinen Abstand doch dahinter stehen im Zieljahr ungefähr dreißig Millionen Tonnen Kohlendioxidäquivalente.

00:20:21: Die Bundesregierung hat zusätzliche Maßnahmen beschlossen und geht davon aus, die Lücke schließen zu können.

00:20:28: Der unabhängige Expertenrat für Klimafragen ist skeptischer und hält Teile der erwarteten Minderungswirkung für überschätzt.

00:20:36: Wer recht hat lässt sich heute nicht endgültig beantworten.

00:20:40: Und genau das ist wichtig Denn eine Ankündigung ist kein Ergebnis.

00:20:44: Eine Förderung spart noch kein Kohlendioxid, solange sie keine reale Investition auslöst.

00:20:51: Ein geplantes Stromnetz transportiert keinen Strom!

00:20:56: Ein Windrad auf einer Karte erzeugt keine Kilowattstunde.

00:21:00: Irgendwann muss Politik physisch werden.

00:21:02: Zu Leitungen, Schienen, sanierten Häusern Bäumen Maschinen und Produktionsanlagen.

00:21:08: Erst dort lässt sich messen was wirklich funktioniert.

00:21:12: Und damit kommen wir zu einer Frage, die für fast jeden Persönlicher ist als ein nationales Emissionsziel.

00:21:19: Was kann ein einzelner Mensch überhaupt tun?

00:21:22: Die Klimadebatte bietet darauf zwei erstaunlich bequeme Antworten.

00:21:27: Die erste – wenn jeder richtig konsumiert lösen wir das Problem!

00:21:32: Die zweite was ich persönlich tue is völlig egal.

00:21:36: Verantwortlich sind Politik und Konzerne.

00:21:39: Beide Antworten sind zu einfach.

00:21:42: Ein einzelner Haushalt kann das Weltklima selbstverständlich nicht stabilisieren, aber Millionenhaushalte treffen Entscheidungen über Energie-, Verkehr-, Ernährung und Konsum.

00:21:55: Gleichzeitig werden diese Entscheidungen von Infrastruktur geprägt.

00:22:00: Wer in einem Dorf ohne brauchbaren öffentlicher Verkehr lebt besitzt andere Möglichkeiten als jemand neben einer S-Bahnstation.

00:22:08: Ein Mieter entscheidet nicht allein über die Heizung seines Hauses.

00:22:12: Ein Verbraucher entscheidet NICHT, wie Stahl produziert wird!

00:22:16: Persönliche Verantwortung sollte deshalb kein moralischer Reinheitstest sein.

00:22:22: Interessanter ist die Frage Wo habe ich tatsächlich einen großen Hebel?

00:22:27: Oft bei Entscheidungen, die selten getroffen werden und lange wirken Eine neue Heizungs- ein Auto, eine Sanierung, Flugreisen oder der alltägliche Speiseplan.

00:22:39: Noch größer ist die Infrastruktur.

00:22:41: Stromnetze, Bahnlinien und Neubaugebiete prägen Entscheidungen über Jahrzehnte.

00:22:48: Ein gutes System verlangt von Menschen nicht jeden Morgen Heldentum.

00:22:52: Es macht die sinnvollere Entscheidung einfacher.

00:22:55: Doch selbst wenn Deutschland all das perfekt machen würde bleibt eine Frage offen Reicht es überhaupt?

00:23:02: Deutschland verursacht nur einen Teil der weltweiten Treibhausgasemissionen.

00:23:07: Warum sollte es einen Unterschied machen, was hier geschieht wenn anderswo weiterhin große Mengen ausgestoßen werden?

00:23:15: Die ehrliche Antwort beginnt unbequem.

00:23:17: Deutschland kann das Weltklima nicht allein stabilisieren.

00:23:21: Selbst null deutsche Emissionen würden die globale Erwärmung nicht stoppen, wenn der Rest der Welt dauerhaft grosse Mengen Treibhausgase ausstößt.

00:23:31: Aber daraus folgt nicht, dass Deutschland bedeutungslos ist.

00:23:35: Deutschland ist eine große Volkswirtschaft, Industriestandort und Teil der Europäischen Union.

00:23:41: Wenn klimaarmer Stahl, Speicher oder neue Produktionsprozesse hier zuverlässig funktionieren und günstiger werden können Technologien kopiert und Kosten durch Skalierung gesenkt werden.

00:23:54: Das ist keine Garantie Aber es ist ein Weg, wie ein Land mehr Einfluss besitzen kann als nur seinen direkten Emissionsanteil.

00:24:04: Global ist die Lage trotzdem ernst!

00:24:06: Die derzeit umgesetzten Politik führen nach aktuellen internationalen Abschätzungen eher in Richtung einer Erwärmung von deutlich mehr als zwei Grad in diesem Jahrhundert als zurück auf einen sicheren eineinhalb-Grad-Pfad.

00:24:21: Das kann sich wie der Moment anhören an dem Hoffnung zu Wunschdenken wird Bis man versteht, was diese Temperaturgrenzen tatsächlich bedeuten.

00:24:31: Eineinhalb Grad sind keine Klippe hinter der Klimaschutz sinnlos wird.

00:24:35: Zwei Grad sind nicht dasselbe wie zweieinhalb.

00:24:38: Zweieinhalb?

00:24:39: Nicht das selbe wie drei.

00:24:42: Jeder zusätzliche Erwärmungsschritt erhöht Risiken und jeder vermiedene Erwährungsschritt vermeidet einen Teil davon.

00:24:50: Dahinter steckt eine der wichtigsten Eigenschaften des Klimasystems.

00:24:54: Bei Kohlendioxid hängt die langfristige Erwärmung stark davon ab, wie viel die Menschheit insgesamt ausstößt.

00:25:02: Solange weltweit nettozusätzliches Kohlendioxid in die Atmosphäre gelangt, steigt sein Beitrag zur Erwährung weiter.

00:25:11: Erreichen die globalen Nettokohlendioxid-Emissionen ungefähr null und bleiben.

00:25:16: dort stabilisiert sich die durch Kohldioxid verursachte Erwirmung weitgehend.

00:25:22: Das bedeutet nicht, dass dann alles wieder so wird wie früher.

00:25:26: Der Meeresspiegel reagiert über sehr lange Zeiträume.

00:25:30: Ökosysteme können dauerhaft geschädigt werden.

00:25:33: Andere Treibhausgase spielen ebenfalls eine Rolle.

00:25:36: Manche Verluste lassen sich auf menschlichen Zeitskalen nicht zurückholen Aber es bedeutet etwas Fundamentales.

00:25:44: Die Zukunft ist keine Lawine, die längst losgetreten wurde und nun vollkommen unabhängig von unseren Entscheidungen immer weiter beschleunigt.

00:25:54: Wie stark sich die Erde insgesamt erwärmt hängt weiterhin wesentlich davon ab was wir noch ausstoßen.

00:26:01: Wir können nicht mehr zwischen Klimawandel und keinem Klimawandel wählen.

00:26:06: Diese Möglichkeit ist vorbei!

00:26:09: Wir wählen zwischen mehr Klimawanderl und weniger Und damit bekommt auch Anpassung eine andere Bedeutung.

00:26:15: Anpassing ist kein Eingeständnis, das Klimaschutz gescheitert ist und Klimaschutz macht Anpassungen nicht überflüssig.

00:26:24: Beides gehört zusammen.

00:26:26: Wir begrenzen die Veränderung, die noch vor uns liegt und wir machen uns widerstandsfähiger gegen den Teil der bereits da ist oder nicht mehr vollständig vermieden werden kann.

00:26:37: Vielleicht liegt darin sogar eine positivere Geschichte, als das Thema zunächst vermuten lässt.

00:26:43: Nicht weil das Problem kleiner wäre sondern weil manche Antworten gleichzeitig Dinge verbessern können die wir ohnehin verbessern wollten.

00:26:51: Eine Stadt mit Schatten Bäumen und weniger versiegelten Flächen kann zugleich klimaresilienter und angenehmer sein.

00:26:59: Ein kühleres Gebäude schützt und erhöht den Wohnkomfort.

00:27:03: ein Boden der Wasser besser hält kann auch Erosion bremsen.

00:27:08: Klimaanpassung und Klimaschutz können also Nebenwirkungen haben, die den Alltag verbessern.

00:27:14: Natürlich gibt es Zielkonflikte.

00:27:16: Windräder benötigen Flächen Stromnetze müssen gebaut werden Sanierungen kosten Geld Rohstoffe werden gebraucht.

00:27:24: Manche Maßnahmen werden scheitern oder teurer werden als geplant.

00:27:29: Eine ehrliche positive Perspektive darf deshalb nicht lauten Wir besitzen längst alle Lösungen und müssen sie nur noch umsetzen.

00:27:38: So einfach ist es nicht!

00:27:40: Die stärkere Aussage, ist eine andere.

00:27:43: Wir wissen heute wesentlich mehr über das Problem als noch vor wenigen Jahrzehnten.

00:27:49: Wir können Hitzewellen vorher sagen, Starkregen gefahren kartieren Gebäude anders planen Wälder beobachten und Emissionen messen.

00:27:59: Wissen garantiert keine gute Entscheidung Aber es ermöglicht sie.

00:28:03: Und Gesellschaften können lernen!

00:28:05: Die Ahrtalflut von two-tausend-einundzwanzig kann nicht ungeschehen gemacht werden, mehr als einhundertachzig Menschen sind gestorben.

00:28:15: Doch aus Katastrophen können Warnsysteme, Katastrofenschutz und Vorsorge verbessert werden.

00:28:22: Das ist kein happy end.

00:28:24: Es ist etwas realistischeres.

00:28:26: Gesellschaften Können Aus Verwundbarkeit Lernen Nach einer Katastrophe besser warnen, nach einem heißen Sommerpflege-Einrichtungen besser vorbereiten.

00:28:36: Nach einer Dürre Wasser anders bewirtschaften.

00:28:39: Nach einem Schaden anders bauen.

00:28:42: und manchmal kann eine Veränderung die aus einer Bedrohung entsteht den Alltag sogar besser machen.

00:28:49: Kehren wir deshalb ein letztes Mal zu den beiden Bildern vom Anfang zurück zum Wasser im Ahrtal und zu den trockenen Böden des Jahres-Zweitausendsechsundzwanzig.

00:28:59: Zu Beginn wirkten sie wie Gegensätze, inzwischen sehen wir dass Sie Teil derselben größeren Veränderung sein können.

00:29:07: aber vielleicht fehlt noch ein drittes Bild.

00:29:10: stell dir eine Straße in einer deutschen Stadt im Jahr Zweitausendfünfzig vor.

00:29:15: Wir wissen nicht genau wie sie aussehen wird.

00:29:18: Vielleicht ist sie einfach heißer und voller technischer Systeme die versuchen die Folgen auszugleichen.

00:29:24: Vielleicht sieht sie aber auch anders aus.

00:29:27: Mehr Schatten Bäume, deren Wurzelräume Regen aufnehmen Flächen, auf denen Wasser versickert Gebäude die im Sommer kühl bleiben ohne enorme Mengen Energie zu verbrauchen Menschen für die eine Starkregenkarte beim Hauskauf genauso selbstverständlich ist wie heute ein Energieausweis.

00:29:47: Nicht alles davon wird eintreten nicht überall und wahrscheinlich nicht ohne Fehler.

00:29:54: Aber genau darin liegt der Unterschied zwischen einer Prognose und einer Zukunft.

00:29:59: Eine Prognese beschreibt, was unter bestimmten Annahmen wahrscheinlich wird.

00:30:04: Eine Zukunft entsteht zusätzlich aus Entscheidungen.

00:30:07: Ein Teil der Erwärmung ist bereits in unserer Gegenwart angekommen.

00:30:12: Ein weiterer Teil hängt davon ab, was wir tun – und zwischen diesen Möglichkeiten liegen keine abstrakten Zehntelgrade!

00:30:20: dazwischen liegen Nächte, in denen eine Wohnung abkühlt oder nicht.

00:30:25: Ernten, Wälder Arbeitsplätze Versicherungsschäden Flüsse Städte und Menschen.

00:30:32: Vielleicht ist deshalb die wichtigste Erkenntnis dieser Geschichte nicht dass Deutschland sich auf ein anderes Klima einstellen muss sondern das Anpassung selbst eine Fähigkeit ist.

00:30:44: Ein Land ist nicht widerstandsfähig weil ihm niemals etwas passiert.

00:30:48: Es ist widerstandsfähig, wenn es Veränderungen erkennt.

00:30:52: Daraus lernt und seine Systeme so umbaut dass sie weiter funktionieren.

00:30:57: Wir haben das Klima bereits verändert.

00:30:59: Was noch nicht vollständig entschieden isst Ist wie weit diese Veränderung geht Und Wie gut wir darauf antworten.

00:31:07: Das ist keine beruhigende Gewissheit Aber es ist etwas besseres.

00:31:11: Es ist Handlungsspielraum.

00:31:13: Die Zukunft ist nicht mehr dieselbe die wir einmal erwartet haben Aber sie ist deshalb noch lange nicht fertig geschrieben.

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